Kriterien Feuerbeständigkeit

 

In NEN 6069 werden vier Kriterien unterschieden, auf deren Basis die Feuerbeständigkeit bestimmt werden kann. Die Ergebnisse einer Feuerbeständigkeitsuntersuchung ('Brandtest') werden in diese Kriterien übersetzt:

-     Einbrechen R

dieses Kriterien gilt für tragende Konstruktionen, wobei die Konstruktion mehr Belastung als nur das Eigengewicht tragen können muss;

-     Flammendichte E

dabei werden Löcher und Risse geprüft, die während eines Brandtestes in der Konstruktion entstehen (bestimmt mit Kalibern, die bis in den Ofen gesteckt werden können), ob heiße Gase vorhanden sind, die durch die Konstruktion kommen (glühen oder entzünden des 'Wattekissens'), und ob während des Brandtestes Flammen an der nicht erhitzten Seite auftreten;

-     Temperatur I

bei diesem Kriterium darf die durchschnittliche Oberflächentemperatur an der nicht erhitzten Seite (also der 'sicheren' Seite) während eines Brandtestes nicht mehr als 140 Grad steigen. Lokal ist ein Anstieg von bis zu 180 Grad zulässig;

-     Wärmestrahlung W

die während eines Brandtestes abgegebene Wärmestrahlung darf nicht mehr als 15 kW/m2 betragen, gemessen in 1 m Abstand mittig vor dem Teststück.

Abhängig von der Situation können eines oder mehrere Kriterien als Anforderung gestellt werden. Welche Kriterien erfüllt werden müssen, wird in Tabelle 2 aus NEN 6069 festgelegt. Die Flammendichte ist in allen Fällen von Bedeutung, das Kriterium 'Einbrechen' ist bei Konstruktionen, die keine Belastung tragen, nicht relevant. Dieses Kriterium ist für mobile Trennwände, Türen usw. folglich nicht relevant. Für die in der Tabelle genannten Konstruktionen gelten ferner stets entweder das Kriterium

Wärmestrahlung oder das Kriterium Temperatur, stets in Kombination mit Flammendichte. Konstruktionen müssen also nicht nur die 'Flammen zurückhalten', sondern dürfen auch nicht uneingeschränkt heiß werden. Diese Kombination führt zu den Klassifikationen EW und EI. Dabei kann als Faustregel betrachtet werden, dass in Situationen, in denen in der direkten Nähe der Brandabschottung keine brennbaren Materialien anwesend sein werden, eine Beurteilung der Wärmestrahlung ausreichend sein kann und wenn wohl brennbare Güter in der direkten Nähe anwesend sein können, ist eine Beurteilung der Temperatur erforderlich. Ein Beispiel der ersten Situation ist eine Tür, die auch geöffnet werden können muss. Ein Beispiel für die zweite Situation ist eine Trennwand, gegen die beispielsweise ein Schrank gestellt werden kann.

In NEN 6069 Tabelle 2 werden auch 'Abschottungen` genannt. Damit wird der Teil einer Trennkonstruktion (einschließlich Durchführungen) unter einem erhöhten Fußboden oder über einer abgesenkten Decke gemeint. Diese letzte Situation betrifft auch die feuerbeständige Abschottung. Für Abschottungen wird die Forderung gestellt, dass die Kriterien Flammendichte und Temperatur erfüllt werden müssen (EI). Die Temperaturforderung wird gestellt, weil sich langfristig über einer abgesenkten Decke oder unter einem erhöhten Fußboden Staub ansammeln wird. Um eine Entzündung (oder eine Staubexplosion) zu verhindern, darf die Oberflächentemperatur an der nicht erhitzten Seite also nicht zu hoch ansteigen. Abhängig von der Situation wird die Forderung, die der Bauerlass an eine Druckabschottung stellt, also zu einer erforderlichen Klassifikation von EI 30 oder EI 60 führen.

 

Quelle: Peutz  C 1395-1-RA-002