Anwendungsgebiet


In den Testnormen ist stets angegeben, für welche Situationen das Ergebnis gültig ist, das direkte Anwendungsgebiet. Das Anwendungsgebiet ist von der Konstruktionsart abhängig, aber häufig auch von der Testmethode. So kann die Einbauweise eine wichtige Rolle spielen: ein Brandtest an einer Tür, die in einer steinartigen (biegesteifen) Konstruktion eingebaut ist, kann zu einem anderen Ergebnis führen als dieselbe Tür, wenn diese in einer (biegeschlaffen) Metallstudwand eingebaut ist. Es wird folglich empfohlen, vor dem Test im gegenseitigen Einvernehmen abzustimmen, für welche Situation(en) das Ergebnis brauchbar sein muss.

Die Testnormen umfassen alle eine Beschreibung des direkten Anwendungsgebietes. Manchmal beschränkt sich dies auf die untersuchte Situation, aber häufig liegt ein breiteres Anwendungsgebiet vor, wenn einige zusätzliche Bedingungen erfüllt werden. Für Wände gilt beispielsweise, dass eine Wand breiter verwendet werden kann als getestet, wenn die Wand bei einer Breite von mindestens 3 m getestet wurde und mit einem so genannten freien Rand eingebaut wurde: eine der vertikalen Seiten darf dabei nicht befestigt sein. Eine Wand, die mit einer Höhe von 3 m getestet wurde (erneut die minimale Abmessung gemäß den europäischen Normen), kann bis zu 4 m hoch verwendet werden, wenn die Durchbiegung der Wand während des Tests auf maximal 100 mm beschränkt geblieben ist.

Schließlich kann für viele Konstruktionen auch eine weitreichendere Erweiterung des Anwendungsgebietes aufgestellt werden. Eine derartige 'extended application' muss gemäß einer europäischen Norm aufgestellt sein, die früher festgelegte Feuerbeständigkeitsklassifikation gilt dann für das direkte und das erweiterte Anwendungsgebiet.

Wenn für ein Produkt (noch) keine CE-Kennzeichnung in Kraft ist, kann auch noch auf Basis von nationalen Sachverständigengutachten ('assessments') das Anwendungsgebiet erweitert werden. In den Niederlanden werden derartige Erklärungen für gewöhnlich im Rahmen von NEN 6069 Anlage A erstellt. Ein derartiges Gutachten kann nicht zu einer europäischen Klassifizierung führen, weil die Klassifizierungsnorm (NEN-EN 13501-2) die Klassifizierung nur auf die europäischen Normen basiert. Eine offizielle Klassifizierung muss in allen Mitgliedsstaaten akzeptiert werden.

 

Quelle : Peutz  C 1395-1-RA-002